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Am 02.10.03 bekam ich eine E-Mail mit folgendem Bild von Immo Stiegler, der in die schweizerische Sallmannlinie eingeheiratet hat. Daraus ein Auszug:

 “Georg und Dieter Sallmann sind die Soehne von Maria Sallmann.
  - Ob Adolf Sallmann mit Maria Sallmann verheiratet war, wie auf dem Stammbaum von Herrn Robert Sallmann Amriswil ersichtlich,
   wurde von meiner Schwiegermutter nicht gewußt.
  - Alida und Carl-Theodor Sallmann sind die Kinder von Carl-Theodor Sallmann und ........ Sallmann.
  - Carl-Theodor Sallmann ist der Vater meiner Schwiegermutter und damit der Großvater meiner Frau.
  - Nach dem Stammbaum von Herrn Robert Sallmann aus Amriswil koennte Dieter Sallmann - Alfred Sallmann sein, oder ein Bruder.
   Dies wurde aber von meiner Schwiegermutter nicht bestätigt.”

Die folgenden Informationen stammen aus dem Staatsarchiv des Kanton Thurgau in Frauenfeld:

Abdankung (Kremation) am 01.08.1947
von Fräulein
Ida Selma Sallmann
Geb. 9.03.1874
von Amriswil
wohnhaft gewesen in Kreuzlingen
gest. im Kantonsspital St. Gallen am 29. Juli 1947

Ida Sallmann wurde am 9. März 1874 als drittes Kind ihrer Eltern Ernst Sallmann und Selma, geb. Schmid, in ihrem Heimatort Amriswil geboren. Im Hause des Textilfabrikanten Sallmann wurde es bald noch lebhafter, denn den Eltern wurden noch zwei Kinder geschenkt. Die fünf Geschwister, die allezeit sehr aneinander hingen, verlebten eine schoene und ungetrübte Kindheit und Jugend im elterlichen Haus in Amriswil. Ida besuchte in Amriswil die Schule, und später weilte sie in Pensionaten in Aarburg und Vevey. Von Kindheit an war sie gesundheitlich etwas geschwächt, weshalb man sie ganz besonders umsorgte. Rückschau haltend, erkennt man es als großes Geschenk, daß Gott ihr ein solch langes Leben geschenkt hat.
Ida half im Haushalt des Elternhauses, wo immer Hilfe noetig war. Nach dem Tod der Eltern schlossen sich die Geschwister noch enger aneinander, und Ida Sallmann sprang überall tatkräftig ein, wo man sie brauchte. Bis zur Verheiratung ihres Bruders Walter führte sie ihm den Haushalt, dann siedelte sie 1902 ins Doktorhaus nach Altnau zu ihrer verheirateten Schwester Frau Dr. Bäumlin über, mit der sie von da an Freud und Leid aufs engste teilte. Als 1924 der Schwager starb, zogen die beiden Schwestern nach Kreuzlingen, wo nun noch mehr die eine Schwester für die andere da war. Ida hing mit besonderer Liebe an ihrer Schwester Fanny, um deren Ergehen sie bis zuletzt mit aufopfernder Liebe besorgt war; nichts war ihr zu viel, und stets wußte sie, die selber litt, ein Wort des Trostes und der Aufmunterung.
Vor gut einem Jahr kam sie wieder einmal in das Kantonsspital in St. Gallen, wohin sie ihre kranke Schwester begleitete. In banger Sorge verbrachte sie viele Wochen am Krankenlager ihrer Schwester, die sich nur langsam von einer schweren Operation erholte. Kaum ging es dieser besser und begann diese selbständiger zu werden, da verschlechterte sich bei Ida Sallmann der Gesundheitszustand, die Müdigkeit und Schwäche nahm zu, bis Gott sie in der Morgenfrühe des 29. Juli 1947 ganz ploetzlich abrief aus dieser Welt zu sich in die Ewigkeit.

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1865 hat Joseph Sallmann über seine Herkunft Folgendes geschrieben:

Um Euch, meinen lieben Kindern das Wenige mitzutheilen, was ich von unsern Voreltern weiss, will ich Nachstehendes niederschreiben und will ich hoffen, dass meine Soehne diese ihren Kindern mittheilen, damit diese mehr von ihren Altvordern erfahren als ich Euch mitzutheilen vermag.

Mein Grossvater was ein Bauergutsbesitzer im Dorf Fürstenwalde in Koenigreich Boehmen im Leitmerizer Kreis, nahe bei dem Städtchen Schluckenau an der sächsischen Grenze. Seinen Taufnamen habe ich nie gehoert, er hatte viele Kinder, wie viel weiss ich nicht. Doch hoerte ich von meinem Vater als seine Brüder nennen Joseph, Jakob und Anton und seine Schwestern Apollonie und Veronika. Anton war der jüngste Bruder meines Vaters und erbte das väterliche Gut, starb aber schon 28 Jahre alt und das Gut kam an seinen Sohn, welcher es heute noch (1865) betreibt. Mein Vater flüchtete sich im Jahr 1811 aus Boehmen und kam nach Sachsen, erwarb im Jahr 1813 das sächsische Staatsbürgerrecht und Heimathrecht in der Gemeinde Limbach bei Chemnitz in Sachsen, heiratete im gleichen Jahr meine Mutter Wilhelmine, geborene Künzel von Oberkändler bei Limbach. Meine Eltern hatten 4 Soehne und zwei Toechter, sie hiessen Johann Robert, Johann Moritz, Clara, Carl August, Johann Joseph (das bin ich) und Veronika. Mein Vater war geboren zu Fürstenwalde 1791, meine Mutter zu Oberkändler 1792. Mein Vater starb den 9. Mai 1859, meine Mutter lebt jetzt (1865) noch. Mein Vater war Strumpfwirker. Mein Grossvater mütterlicherseits war Christian Friederich Künzel, geboren zu Oberkändler 1763, gestorben im Februar 1835. Diesen habe ich noch gut gekannt, denn meine Eltern wohnten im nächsten Haus und ich war daher täglich im grossväterlichen Haus. Er war ein für seine Zeit sehr gebildeter und durchaus braver Mann. Ich selber wurde geboren in Oberkändler bei Limbach den 18. März 1823. Meine weiteste Erinnerung ist, als mich Bruder Moritz zum ersten Mal in die Schule brachte nach Limbach. Es wurden an jenem Tage die Schafe auf dem Hofe in Limbach geschoren. Ich war der jüngste der 4 Brüder, 6 Jahre jünger als mein Bruder Karl, nur meine Schwester Veronika war 6 Jahre jünger als ich. An meinen Geschwistern hatte ich somit keine Jugendgespielen, ich musste diese in der Nachbarschaft suchen und fand sie besonders in Reinhold Drescher, dem Sohn einer Wirtfrau, Adolph Scherf, einem Verwandten und Sebastians Hugo einem Geschwisterkind mütterlicherseits von mir, alle drei von Oberkändler. Ich trieb mich ausser der Schule, welche täglich nur 3 Stunden währte (sonntags war gar keine) herum, wie sich Bauernjungen eben herum treiben. Meine Eltern hatten 3 Kühe, diese musste ich den Herbst hindurch hüten und sonst im Felde helfen, was ich konnte. Mein Vater betrieb eine Strumpfwirkerei und vom 10ten Jahre an musste ich Garn spulen. Mein alter wackerer Lehrer war Cantor Süssemilch in Limbach. Dieser hatte über 200 Jungen zu unterrichten und es ist mir heute noch ein Rätsel, wie er es gemacht hat, dass bei 15stündigem Unterricht pro Woche, wovon noch 4 Stunden auf Religionsunterricht kamen, so weit gebracht hat, dass eine schoene Zahl seiner Schüler ordentlich schreiben, lesen und rechnen lernte, weiter konnte sich der Unterricht natürlich nicht erstrecken. Mit 14 Jahren war ich ein grosser starker Bursche und konnte wohl eben so gut für 18 jährig, gelten. Jetzt wurde ich in den Strumpfwirkerstuhl gespannt, Lust zur Strumpfwirkerei hatte ich nicht, aber danach fragte auch niemand. Ich hatte in freien Stunden, namentlich in der Sonntagsschule zeichnen gelernt und hatte für Zeichnen und Malen eine Vorliebe gefasst, die mir nur einen Wunsch liessen: einen Beruf, bei welchen ich zeichnen oder malen koennte. Dieser Wunsch konnte oder sollte mir nicht erfüllt werden, ich musste strumpfwebern. Die Strumpfweberei war zu jener Zeit nicht lohnend (1837 - 1840). Der Wohlstand meiner Eltern war im Abnehmen und von einer glücklichen Jugendzeit weiss viel nicht zu erzählen. Doch mag auch ich daran mein Theil der Schuld gehabt haben, denn der fleissigste Strumpfweber war ich nicht, freilich musste ich daneben auch alle Feldarbeit mit thun helfen, z.B. pflügen, eggen, ernten, mähen, heuen, u.s.f. und zudem hatte ich meist ein Pferd zu besorgen. Dafür, dass ich das Pferd versorgte und die Feldarbeiten mit verrichtete, bekam ich vom 14ten Jahre an Kost und Logis bei den Eltern, aber wenn es gerade mal an Geld fehlte, so musste ich auch mit meinen kleinen Ersparnissen mit vorspannen. Meine Geschwister heirateten alle früh und schon 1841 war ich und meine jüngste Schwester [Veronika] allein im Hause und die Feldarbeit, dreschen u. dergl. nahm ein guten Theil Zeit weg. Meine liebste Erholung zu jener Zeit war die Sonntagsschule und dieser verdanke ich auch das bisschen Bildung, das ich mir errungen. Nur wohl früh (1842) lernte ich meine gute liebe Frau kennen und heirathete sie schon 1843, nicht viel mehr als 20 Jahre alt. Vermoegen hatte weder ich noch meinr Frau, nicht einmal eine ordentliche Aussteuer. Wir mussten unsere kleine Haushaltung mit den dürftigsten Hilfsmitteln beginnen, 1 Bett, 1 Tisch, 1 Kommode und 1 einthüriger Kasten war unser Moeblement. Für unsere wenigen Ersparnisse hatte ich einen Kettenstuhl gekauft und bearbeitete denselben selbst, meine Frau schnitt und nähte daraus die gefertigten Kettenhauben, und so war es uns moeglich, doch mehr zu verdienen als wir brauchten und nach 2 Jahren (1845) einen 2ten Kettenstuhl anzuschaffen und am Neujahrstag 1846 zeigte mir meine kleine Jahresrechnung, dass sich mein Vermoegen auf bald 400 rf = 1500 frs. belaufe. Die Jahre 1846 und 1847 waren sehr schwer für uns, die Geschäfte gingen schlecht, es war fast nichts zu verdienen und zudem waren noch die Lebensmittel sehr theuer. Diese 2 Jahre brachten uns manch bange Stunde und Ende 1847 hatte ich noch das Unglück an einem falschen Freund (Reinhard Hengsbach) die Hälfte kleinen, sauer errungenen Vermoegens zu verlieren, weil dieser Bankrott machte.

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Oberst Jean Sallmann auch Johann Joseph S.

Herr Oberst Sallmann ist in Amriswil aufgewachsen. Seine Wiege aber stand in Limbach b/Chemnitz i/Sa. Anlässlich der Revolution von 1848 flüchtete sich sein Vater in der Bedrängnis mit der Familie nach der Schweiz und liess sich im Jahre 1850 in Amriswil nieder. Aus ganz kleinen Anfängen heraus arbeitete er sich empor und im Lauf der Jahre war er Besitzer einer blühenden Fabrik. Vater Sallmann, der sich mehr und mehr thurgauischen und schweizerischen Verhältnissen anpasste, gewann seine neue Heimat lieb und erwarb sich in der Folge das Bürgerrecht. Der junge Sallmann besuchte zuerst die Schulen in Amriswil. Dann durchlief er die Kantonsschule in Frauenfeld und bezog später nach erfolgreicher Maturitätsprüfung das Polytechnikum in Zürich, um sich zum Ingenieur ausbilden zu lassen. Dann treffen wir ihn an der technischen Hochschule in Stuttgart, wo er seine Studien fortsetzte. Da brach im Jahre 1870/71 der deutschfranzoesische Krieg aus. Dieses Ereignis griff nun in die Laufbahn des jungen Sallmann ein. Er musste seine Studien abbrechen und ins väterliche Geschäft nach Amriswil zurückkehren. Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete er sich nun eifrig seinem schweizerischen Vaterlande als Soldat und brachte es zum Grade eines Obersten. Eine Zeitlang befehligte er in dieser Eigenschaft ein Thurgauer Bataillon, später das Thurgauer Regiment. (Die WEB-Seite ist leider nicht mehr verfügbar.)

Der Familie war der Verstorbene ein guter, treuer Vater und nach des Tages Müh und Arbeit verbrachte er seine Stunden gerne in ihrem Kreise.
 Im Jahre 1880 übersiedelte er nach Kreuzlingen, um dann einige Jahre später in Konstanz ein Fabrikationsgeschäft zu gründen, dem er eine Filiale in Kreuzlingen angliederte. Sein Geschäft war weitbekannt und erfreute sich in Handelskreisen eines sehr guten Rufes. Sallmann war aber auch ein biederer, gewissenhafter Kaufmann, der in den Kreisen wo er verkehrte, sehr beliebt war. Trotzdem er in Konstanz wohnte, war er doch fast täglicher Gast in Kreuzlingen, wo er gern einige Stunden in engem Freundschaftskreise weilte, Alle die ihn kannten, und alle, die ihm näher traten, ehrten ihn, wegen seines feinfühligen, hohe Bildung verratenden Wesens,

Sein Leben war aber nicht nur eitel Sondenschein. Auch ihm sind Bitternisse nicht erspart geblieben. Aber trotzdem hat er bis ins hohe Alter hinauf seine Gesundheit und eine seltene geistige Frische bewahrt, Sallmann starb nach ganz kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

Mit ihm ist ein Mann von uns geschieden, der in seiner Pflichterfüllung seinen Weg durchs Leben ging und alle, die ihn kannten, werden ihm ein gutes Andenken bewahren

Freund Sallmann ruhe sanft! (aus dem Thurgauer Jahrbuch 1927)

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Beiträge zur Ortsgeschichte von Kreuzlingen Heft IV
Kreuzlinger Häuser I
Das Sallmannn’sche Haus von Hermann Strauß (1951)

Übergang an die Familie Sallmann

Die jüngste Schwester Albertine Vogler (1850 bis 1929) vermählte sich 1880 mit Jean Sallmann (1849 bis 1926) von Amriswil, welcher Ehe fünf Kinder entsprossen. Er betreibt seit 1886 in seinem Konstanzer Geschäftshaus, einem alten Patrizierhaus an der Zollernstraße 4, ein Mützen und Konfektionsgeschäft. Sein Vater war Johann Josef Sallmann-Aurich (1823 bis 1871), welcher im Jahre 1849 anläßlich der Freiheitsbestrebungen aus Limbach in Sachsen als Emigrant nach der Schweiz geflüchtet war und in der Folge das heutige Textilunternehmen in Amriswil gründete. Oberst Sallmann -Vogler führte sein Konstanzer Geschäft mit gutem Erfolg, litt dann aber im Ersten Weltkrieg ganz bedeutend. Dazu verlor er in der Grippezeit 1918 seinen hoffnungsvollen Sohn Hans. Das veranlasste ihn, ,sein Konstanzer Geschäft eingehen zu lassen und nur noch die Kreuzlinger Filiale im Hause des seiner Schwiegereltern zu bereiben, wenn auch im stark reduziertem Umfange, bis auch dieses im Jahre 1929 einging.. Oberst Sallmann hatte durch die Inflation sein gesamtes Vermoegen in Deutschland verloren. Er konnte nur sein herrschaftliches Haus in Konstanz retten, welches bis heute der Familie verblieben ist.
Als Mutter Vogler-Sigrist im Jahre 1900 das Zeitliche segnete, ging ihre große Liegenschaft am 8 Oktober 1901 an Ihre Kinder über. Nachdem Otto Vogler und seine Schwester Marie Albertine im Jahre 1923 starben, wurde ihre Schwester, Frau Oberst Sallmann, alleinige Erbin. Im Jahre 1924, also nach 38 Jahren, verließ die Familie Sallmann ihr vertrautes Konstanz und bezog ihre ererbte Liegenschaft in Kreuzlingen. Der betagte Oberst Sallmann war inzwischen kränklich geworden; er starb am 10. September 1926 und hinterließ die Gattin mit drei Kindern.
Da der Rebbau auch in Kreuzlingen seit Anfang dieses Jahrhunderts immer mehr verschwand, war schließlich der Zeitpunkt gekommen, die großen Weinberge der ehemaligen Voglerischen Liegenschaft zu reuten und anderweitig zu bepflanzen, was allerdings einen großen Betriebsausfall mit sich brachte. Andererseits hatte sich der Grenzort Kreuzlingen nach dem ersten Weltkrieg sehr rasch entwickelt. Die Bauplätze wurden immer begehrter, und so bestand die Gefahr, dass eines Tages der schoene Sallmannsche Grundbesitz inmitten des Dorfes in spekulative Hände geraten koennte. Das konnte aber der Gemeinde nicht gleichgültig sein, um so weniger als ihr Eigenbedarf an Grundstücken infolge der Entwicklung ebenso gewachsen war und in vorsorglicher Weise für die Zukunft Rücksicht genommen werden müsste. Die mit Frau Oberst Sallmann eingeleiteten Kaufsverhandelungen waren von Erfolg begleitet. Noch bevor sie am 14. Februar 1929 verschied, verkaufte sie in großzügiger Weise an die Munizipal-, die Schul- und die katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen den Dreispitz und die Festweise im Ausmaß über drei Hektaren. Inzwischen verkauften die Erben je weiter 10 000 Quadratmeter Gelände an die evangelische Kirchgemeinde und an Industrie und Gewerbe. Die Liegenschaft der Erbengemeinschaft Sallmann in Kreuzlingen besteht heute nur noch aus dem herrschaftlichen Doppelhaus, der Scheune und der Treibhaus nebst Aren Umgelände.

Die Erben Sallmann – ein Geschwisterpaar und zwei Nichten – haben die Bestrebungen des Heimatmuseums Kreuzlingen seit des Gründung im Jahre 1937 in verdankenswerter Weise stets unterstützt durch reichliche Gaben aller Art, namentlich von Rebbau, Tortel- , Keller – und Gerätschaften, womit der frühere große Weinbau und Weinhandel in dieser Weinhandels-Liegenschaft recht deutlich dokumentiert wird. Zu erwähnen ist das dem Museum geschenkte Kellerschwert (Holzpritsche) eines Kellermeisters, dessen rot aufgemalter Text lautet:

„Der Keller und das Kellerrecht,
besorgt der Meister, auch der Knecht..
Wer sich hierin versicht,
der wird mit diesem Schwert gericht.“

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Oscar Sallmann (aus dem Thurgauer Jahrbuch 1947/48)

Als ein Sproß jenes deutschen Emigranten, der vor rund hundert Jahren sich in Amriswil niedergelassen und hier die Trikot-Industrie eingebürgert hat, die dieser Ortschaft fast das Gepräge verleiht, war Oskar Sallmann wohl von jung auf dazu bestimmt, in die Fußstapfen seines Großvaters und Vaters zu treten.

In Altnau ist er 1886 geboren worden und verlebte dort die Jahre seiner Kindheit, zusammen mit zwei Geschwistern. Noch ein Knabe, verlor er seinen Vater, worauf einige Jahre später seine Mutter in Amriswil einen neuen Hausstand gründete. So war er dazu ausersehen, dereinst die angesehene Stammfirma der Sallmann weiterzuführen. Nach einer fachtechnischen Ausbildung im In- und Ausland trat er als Mitarbeiter in die Firma Jos. Sallmann & Cie. ein und übernahm in derselben nach dem Tode seines Stiefvaters die Leitung. Nach der großen Entwicklung, welche das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte genommen hatte, galt es für ihn, das von seinen Vätern Ererbte zu wahren und zu mehren. Er hat das mit einem Stabe langjähriger und pflichtgetreuer Angestellter getan und hinterläßt als getreuer Verwalter die übertragenen Pfunde seinen Nachfolgern.

Oscar Sallmann genoß in den Kreisen seines Berufsverbandes hohes Ansehen. So kam es, daß er im Schweizerischen Wirkereiverband dem Vorstand angehoerte und längere Zeit dessen Vorsitz führte. In seiner eigenen Firma wußte er, auch in schwierigen Zeiten, ein gutes Verhältnis mit Angestellten und Arbeitern zu schaffen. Es kommt dies am deutlichsten zum Ausdruck in der großen Zahl von Frauen und Männern, die zum Teil schon jahrzehntelang in der Firma tätig sind und die dem Haus auch über den Wechsel in der Leitung hinaus die Treue hielten.

Seine militärische Pflicht hat Oscar Sallmann als Kavallerieoffizier erfüllt. Trotzdem eine schwere Grippe im Jahre 1918 wohl eine nicht wieder gutzumachende Schädigung seiner Gesundheit herbeiführte, ist er auch im zweiten Weltkriege wieder zur Truppe eingerückt und hat nochmals in dem in Amriswil mobilisierenden Stabe eines Territorialregimentes Militärdienst geleistet.

Der Reitergeist, die Liebe zum Pferd, hat ihn zeitlebens nie verlassen. Oft sah man ihn am Abend oder sonntags im Sattel, und gerne hat er von Reiter und Pferdeerlebnissen erzählt. Er gehoerte ja zu den Urhebern und ständigen Betreuern des traditionellen Osterspringens in Amriswil. Nicht selten ist man auf seine alten Militärkameraden gestoßen, die sich nach ihm erkundigten und ihre Anhänglichkeit von früheren Zeiten her zum Ausdruck brachten. Oscar Sallmann weilte gern in, froher Gesellschaft, trug gern das Seine bei zu gemütlichem Beisammensein. Ein großer Kreis von Freunden und Bekannten, die ihm aus ziviler oder militärischer Tätigkeit nähergetreten sind, hat die Botschaft von seinem Hinschied am 7. Juni 1947 mit tiefem Bedauern entgegengenommen.

Oscar Sallmann wird in der Erinnerung fortleben als ein Mann, der einfach und praktisch seine Aufgaben pflichtgetreu erfüllt hat, seiner Familie ein trefflicher Gatte und Vater, seinen Angestellten und Arbeitern ein gütiger Arbeitgeber und Vorgesetzter, seinen Freunden ein lieber und liebenswerter Kamerad und Mensch war.

Informationen aus Robert’s Buch
Nach Weggang seinen Bruders wurden verschiedene bauliche Maßnahmen am Gebäude der Firma duchgeführt.
1927 gliederte man einen weiteren Anbau an die Kettenweberei
1939 erfolgte die Unterkellerung der Kettenweberei. Es entstanden neue Lagerräume
1941 fand eien neue Umorganisation der Näherei statt.
1940 waren 316 Arbeiter und 37 Angestellte im Betrieb.
1927-1939 Präsident des Schweizerischen Wirkerei Verbandes.

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