Die Kirche in Sallmannshausen

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Die Kirche in Sallmannshausen

“Sallmannshausen wird erstmals im Jahre 1263 erwähnt. Es hieß damals Salmanshusin, das bedeutet „Zu den Häusern Salmans". 1506 wird in einem Abgabenverzeichnis für den Mainzer Bischof auch ein Pfarrer von "Salmanszhusen" erwähnt. Die von ihm zu zahlende Steuer ist die niedrigste von allen. Man darf daraus schließen, daß diese Pfarrei nach der Reformation, nach Wegfall der Seelenmessen u. dgl., einen Pfarrer nicht mehr ernähren konnte. 1512 wird ein Pfarrer noch einmal namentlich genannt; aber schon 1525 wird Sallmannshausen Tochtergemeinde von Gerstungen und 1528 von Lauchroeden. Seit 1889 gehoert es zur Pfarrei Neustädt.

Die über dem Dorf gelegene Kirche entstand aus einer der Zeit der Spätgotik zugehoerigen Kapelle. Erst später wurde daran ein Schiff angebaut und 1717 "verneuret". Die Nahtstelle ist an der Außenmauer noch deutlich zu erkennen. Der ganze Bau ist aus unverputzten Feldsteinen sauber errichtet und in seinem massiven Teil gut erhalten. Der Altarraum, die alte Kapelle, ist mit zwei Kreuzgewoelben überdeckt. An der Ostwand ist noch die Sakramentsnische vorhanden mit dem alten Gitter aus durcheinandergesteckten Eisenstäben. An der Nord und Südseite befinden sich die alten gotischen Fenster, aber ohne ihr einstiges Maßwerk. 1938 wurde die Kirche erneuert und die alte Schoenheit des gotischen Gewoelbes wieder hergestellt.

Das Kirchenschiff hat zwei Emporen. Ein besonderer Schmuck der Kirche sind Malereien an den Emporen und am Gewoelbe aus der Zeit um 1760. An den Emporen zeigen sie die Gestalten der Apostel und des Koenigs David mit der Harfe in Halbfigur. Künstlerisch wertvoller sind die Gemälde des hoelzernen Tonnengewoelbes. Sie zählen zu den besten, die sich in Dorfkirchen unserer Gegend finden, und stellen, etwas jünger als die eben genannten, Geschehnisse aus dem Leben Jesu dar: Verkündigung, Geburt, die Weisen aus dem Morgenlande und die Taufe im Jordan. Umrahmt sind diese Gemälde von kunstvollen Blumenranken, die zusammen mit dem hellen Grundton dem Kircheninneren eine freundliche Note geben. Aus der gleichen Zeit stammen auch die Ornamente am Gestühl mit den Namen der ehemaligen Kirchenstuhlinhaberinnen.

Der wertvollste Besitz dieser alten Kirche aber ist ein Flügelaltar. Er ist jetzt an der Nordwand des Altarraums aufgehängt, nachdem er die Seitenflügel waren schräg abgeschnitten mehr als 150 Jahre lang seinen Platz über dem Triumphbogen unter dem Gewoelbe hatte. Auf dem Hauptteil ist Maria mit dem Kinde dargestellt, auf der Mondsichel stehend, zu ihrer Rechten und Linken zwei Bischoefe mit Heiligenschein. Die Seitenflügel zeigen die zwoelf Apostel. Es sind in Holz geschnitzte, in lebhaften Farben gehaltene und vergoldete Figuren aus der Zeit um 1500. Zierliches Rankenwerk gibt ihnen einen anmutigen Rahmen. Der Altar wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg erneuert und eine fehlende Apostelfigur später ergänzt. Mit ihren Gemälden und ihrem Schnitzaltar in dem hellen und freundlichen Inneren ist diese Kirche eine der schoensten Dorfkirchen in Thüringen.

Wohl gleichzeitig mit dem Anbau des Kirchenschiffes wurde auf das alte Gewoelbe der Kapelle ein Turm gesetzt, der aber nur an der Ostseite auf dem Fundament ruht und sonst wie ein Dachreiter auf dem Gewoelbe sitzt. Darum konnte man, nach dem Verlust der Bronzeglocken im ersten Weltkrieg, es nicht wagen, hier erheblich schwerere Stahlglocken aufzuhängen; erst 1934 konnten wieder Bronzeglocken beschafft werden. Aber auch diese verfielen im zweiten Weltkrieg dem Zugriff des Staates. Sallmannshausen hatte also zweimal innerhalb einer Generation den Verlust seiner Glocken zu beklagen.”
(Aus einem Faltblatt, das in der Kirche zur Information auslag. Autor unbekannt)

Abstecher nach Sallmannshausen auf dem Rückweg vom 2. Sallmann-Treffen.

Von links: ich, Walter R., Wolfgang Sallmann. und Gisela Ruscheweyh (geb. Sallmann).

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